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Richtig Heizen und Lüften

So vermeiden Sie Schimmel

Links: Fenster mit Schimmelbefall. Rechts: Weit geöffnete Fenster mit frischer Luft

Wohnen ist ein dynamischer Prozess, zu dem nach vielen Erfahrungsberichten mit erfolgreicher Schimmelvermeidung das gelegentliche Fensteröffnen gehört. Schimmelbildung in Wohnräumen ist kein Schicksal. Mit dem richtigen Verhalten beim Heizen und Lüften lässt sie sich zuverlässig vermeiden.

Zur Verringerung der Feuchte im Raum ist vorzugsweise mehrmals täglich eine kurze Stoßlüftung (5 bis 10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster) erforderlich. Denn in jedem bewohnten Raum entsteht Feuchtigkeit: beim Kochen, Duschen, Schlafen, sogar beim Atmen.

Achtung!

Bei zu geringen Innenraumtemperaturen kann die Raumluft nur sehr wenig Wasserdampf aufnehmen. Dieser fällt als Tauwasser (Kondensat) an den jeweils kältesten Oberflächen des Raumes an. Speziell in Fensterlaibungen und in Raumecken kann es dann zu einem Schimmelbefall kommen.

In beheizten Räumen liegt der einzuhaltende Bereich zwischen 35 % und 65 % relative Luftfeuchte. Im Herbst und im Frühjahr darf die relative Luftfeuchte 60 % und im Winter 50 % nicht überschreiten. Spätestens ab 65 % muss kurz und kräftig gelüftet werden.

Stoßlüften statt Kippen

Gekippte Fenster reichen für eine ordentliche Belüftung nicht aus, sondern sind speziell im Winter als problematisch anzusehen, da sich im Bereich der Fensterlaibungen Feuchtigkeit (Kondensat) niederschlägt. Hierdurch kann Feuchte entstehen und schließlich Schimmelbefall mit gegebenenfalls sehr starken, über die Fensterlaibungen hinausgehenden Ausprägungen.

Spätestens ab 65 % relativer Luftfeuchte muss kurz und kräftig gelüftet werden. Ein Hygrometer hilft, den Überblick zu behalten.

Vergleich: Gekipptes Fenster mit Schimmel vs. weit geöffnetes Fenster

Links: Dauerkippen führt zu Schimmel. Rechts: Stoßlüften sorgt für frische Luft.

a) Bad

Während des Duschens oder Badens ist das Bad geschlossen zu halten, um eine Verteilung der hohen Raumluftfeuchte in die anderen Wohnräume zu vermeiden. Insbesondere bei Räumen ohne mechanische Entlüftung sollte nach dem Duschen oder Baden das Wasser von Wänden und Boden entfernt werden.

Nach dem Duschen sind die Fenster (soweit vorhanden) kurzeitig (5 bis 10 Minuten) weit zu öffnen. Danach kann bei Temperierung des Bades die Tür zu anderen beheizten Räumen geöffnet bleiben.

Da nasse Handtücher und Wände noch viel Wasser enthalten können, kann es sogar hilfreich sein, die Türen zu anderen beheizten Räumen nach dem Lüften offen zu halten. Diese Verhaltensregeln gelten auch für Waschräume und Waschküchen.

b) Küche

In der Küche kann durch einen Dunstabzug mit Abführung der Abluft ins Freie viel Feuchtigkeit aus dem Raum entfernt werden. Ein solcher Abzug ist überdies unter dem Gesichtspunkt der Abführung der Kochdünste und, beim Kochen mit Gas, der Verbrennungsgase sinnvoll.

Dunstabzugshauben mit Umluftführung sind zur Verringerung der Luftfeuchtigkeit in der Küche nicht geeignet.

c) Nicht oder wenig beheizte Räume

Weniger beheizte Räume (zum Beispiel Schlafzimmer) dürfen in der kalten Jahreszeit nicht mittels warmer Luft aus anderen Räumen aufgewärmt werden. Türen zu Wohnräumen müssen dann geschlossen bleiben. Im kälteren Raum kann es sonst an Wänden oder Fensterscheiben zu Tauwasserbildung kommen.

Bei Nutzung des wenig beheizten Schlafzimmers sollte morgens nach dem Aufstehen durch gute Lüftung für die Abfuhr von Feuchtigkeit gesorgt werden. Die Heizung ist bei niedrigen Außentemperaturen so einzustellen, dass die Raumlufttemperatur nicht weniger als 18 °C erreichen sollte.

In Räumen, die längere Zeit nicht benutzt und beheizt werden, ist bei erneutem Gebrauch vorher vermehrt zu lüften.

d) Abwesenheit

Können wegen Abwesenheit der Bewohner die Fenster einer Wohnung nicht mehrmals täglich geöffnet werden, sollten wenigstens die Innentüren zu anderen beheizten Räumen offen gehalten werden, damit noch vorhandene Feuchte aus den feuchten Bereichen (zum Beispiel Küche, Bad) gleichmäßig über alle Räume verteilt wird.

Grundriss einer Wohnung mit blauen Pfeilen für die Querlüftung

Querlüftung: Durch geöffnete Innentüren und Fenster auf gegenüberliegenden Seiten entsteht ein effektiver Luftaustausch.